Ab 2019 beginnt eine Weiterbildung zu den Grundlagen von Entwicklungstraumen und zur Psychotraumatologie

Die Weiterbildung umfasst - berufsbegleitend -  6 Wochenend-Module.

Die Termine werden bis Mitte Dezember 2018 in die Homepage gestellt.

„traumatic growth“

Wachstum und Entwicklung durch die Bewältigung von Entwicklungs-Traumata

 

„Ein Trauma ist die am meisten vermiedene,

ignorierte, verleugnete, missverstandene und

unbehandelte Ursache menschlichen Leidens“

(Peter A. Levine)

 

Konzept, Inhalte und Ziele der Weiterbildung

Die Weiterbildung bietet ein integratives Konzept unterschiedlicher psychologischer Richtungen der Psychotraumatologie. Im Rahmen der Weiterbildung werden Sie:

·       Ausgewählte Methoden der Arbeit mit (bzw. Verarbeitung von) Traumata erlernen.

·       Eine Intensive Erarbeitung der individuellen Bedeutung traumatischen Erlebens, die sich daraus entwickelnden Trauma-Folgestörungen sowie praxiserprobte Methoden der Trauma-Heilung aus unterschiedlichen Schulen erfahren.

·       Theorien und vielfältige praxisbezogenen Übungen begleitend erfahren, so dass die Inhalte des Rahmenplans ganzheitlich verstanden werden können. 

·       Über das Konzept der positiven Erwachsenenbildung - insbesondere über die Ganzheitliche, d.h.  die leibliche, kreative, geistige und emotionale Erarbeitung -  die Inhalte der Weiterbildung gut integrieren können, um sie optimal im beruflichen Kontext anwenden zu können. Das Konzept der positiven Erwachsenenbildung zeichnet sich aus durch eine um Ganzheitlichkeit bestrebte Vermittlung, welche die leibliche, kreative, geistige und emotionaler Erarbeitung von Inhalten zum Ziel hat.  

 

 Traumata

Was ist ein Trauma ?

In den Konzepten zum Trauma und zur Arbeit mit Traumatisierungen gibt es unterschiedliche Ideen und Herangehensweisen.

Die Frage, was ein Trauma ist bzw. wodurch es entsteht, welche Auswirkungen es hat und welche Folgestörungen entstehen können, wurde in den 50er Jahren erneut diskutiert. Ausgelöst wurde die Diskussion und Forschung durch die Rückkehr der Vietnamsoldaten nach Amerika. Die Erlebnisse und Folgeerscheinungen der oft extrem traumatisierten Soldaten bzw.  Vietnamveteranen eröffneten einen neuen Blick darauf, wie in der Folge von einschneidenden Erlebnissen (traumatisches Erleben) im späteren Leben sich Katastrophen, Leid, Verzerrungen, Suizidtendenzen, Wiederholungszwängen, Krankheiten und andere leidvolle Zuständen entwickeln - wie sich ein anderes (Er-) Leben nach dem Trauma’ freisetzen kann.

 

In der Traumaforschung wird unterschieden zwischen biografisch erlebten Traumata bei Erwachsenen und Kindern (traumatische Erfahrungen selber erlebt oder gesehen haben) und systemisch-generationsübergreifenden Traumatischen Ereignissen (traumatische Ereignisse in einer früheren Generation und deren Auswirkungen auf spätere Generationen). Sowohl das biografische Trauma als auch das systemische Trauma bedeuten für Menschen oft sehr leidvolle Folgen, sofern sie unbewältigt bleiben. 

 

Biografische Traumata können verstanden werden als das hilflose Erleben von (aktiver oder subtiler) Gewalt, zum Beispiel Gewalterfahrungen in der eigenen Familie, Opfer von Missbrauch und sexueller Gewalt, Überfälle, das Erleben von Gewalt gegen andere Menschen, aber auch der plötzliche Tod bei wichtigen anderen Menschen in der Familie, Tod von Kindern, lang andauernde Arbeitslosigkeit, Verlust eines Elternteils durch Scheidung oder Tod, Übergriffe von Bezugspersonen in Kindergarten und Schule oder von stärkeren älteren Kindern, das Erleben eines Ausschlusses in der Familie.... Im Seminar werden ausgewählte Methoden der Arbeit mit (bzw. Verarbeitung von ) Traumata und Trauma-Folgestörungen vorgestellt und mit den Teilnehmenden erarbeitet.

 

Systemisch-generationsübergreifende Traumata bedeutet die ‚Weitergabe von traumatischen Ereignissen’. Kriegstraumen in der Eltern und Großelterngeneration werden zum Beispiel diesen „Systemischen Traumata“ zugerechnet, die – unbearbeitet und ungelöst – an die Folgegenerationen weitergegeben werden. Die sogenannte Weitergabe geschieht unbewusst und führt zu Leid, Lebensunsicherheit, psychosomatischen Symptomen, Verstrickungen, dem Wiederbeleben von Opfer- und Täterenergien, dem Verhaftet-Sein in traumatischen Gefühlszuständen von Überflutung oder aber emotionaler Leere etc.  (diese Folgen werden zur Zeit literarisch beschrieben in Werken wie „Die Kinder der Kriegskinder“, Kriegsenkel“ u.a.). Im Rahmen der Weiterbildung wird dieses Thema in einem 2-Tage-Seminar erarbeitet.

 

Die Bewältigung eines systemischen oder eines biografisch begründeten Traumas erfordern teilweise unterschiedliche Methoden der Beratung und Begleitung. In der Weiterbildung wird in jedem Seminar eine erprobte Methode aus der Trauma-Therapie vorgestellt und eingeübt: die Psychodynamisch Imaginative Therapie (PITT), das „ Somatic-Experience“, Methoden des „Mindful Based Stress Reduction” (MBSR), das „), Focusing“, das Konzept des „traumatic stress“ (Bessel van der Kolk), Familienaufstellungen und ‚heilendes Rollenspiel’ als integrativ-generationsübergreifende Traumatherapie.

 

Die Arbeit mit Imaginationen, Heilung durch innere Bilder, kreative Methoden, Rahmenfeldarbeit, Achtsamkeitsübungen, Symbolisation, 'body-scan', Meditation, Empfindungswahrnehmung, Aufstellungen und die Arbeit an Körperlandschaften begleiten die Weiterbildungsseminare und bieten einen reichhaltigen Erfahrungsschatz für persönliche und berufliche Erfahrungen.

Die Weiterbildung ermöglicht gute Grundlagen für Veränderungsprozesse, da sie die – traumatischen - Re-Inszenierungen, denen Menschen unterliegen, verstehend erarbeitet und Methoden persönlichen Wachstums und persönlicher Entwicklung zur Verfügung stellt. Über die Arbeit mit Traumafolgestörungen hinaus sind die in der Weiterbildung erlernten Kenntnisse und Fähigkeiten sehr gut in allen beratenden, begleitenden und heilend wirkenden Berufsfeldern der Arbeit mit Menschen einsetzbar.

 

Nicht das Aufdecken traumatischer Erfahrungen an sich, sondern deren Durcharbeitung im Rahmen einer guten therapeutischen Beziehung führt demnach zu positiven Veränderungen.“ (S. Bettighofer)

 

 Themen der Weiterbildung

·       Trauma: Merkmale und Anzeichen. Denken, Fühlen und Verhalten in alltäglichen Situationen Die Arbeit mit traumatischen Erfahrungen in Therapie und Beratung.

·       Psychodynamik, Abwehr und Reinszenierung.

·       Zusammenspiel von ZNS, Motorik, Gefühlen, Empfindungen und innere und äußere Einflüsse (‚Trigger’)

·       Unterschiedliche Ansätze und Methoden der therapeutischen und beratenden Arbeit mit traumatisierten Erwachsenen und Trauma-Folgestörungen.

·       Psychodynamisch Imaginative Trauma-Therapie (PITT) in der Arbeit mit traumatisierten Menschen.

·       Somatic Experiencing (SE) als Methode der Arbeit mit traumatisierten Menschen (Theorie und Übungen)

·       MBSR (Mindful Based Stress Reduction). Einführung und vertiefende Übungen.

·       Emotionale und körperliche Symptome bei Angst und Stress und Methoden der beratenden Arbeit mit  den Symptomen bei Angst und Stress.

·       Trauma, starke Emotionen, Autoaggression und Depression. Missbrauch und Gewalterfahrungen.

·       Psychosomatik und 'Posttraumatische Belastungsstörungen' (nach dem ICD 10).

·       Traumakonfrontation und Trauma-Heilung. Methoden aus unterschiedlichen Schulen.

·       Familienaufstellungen und „Heilendes Rollenspiel“ (Psychodrama und Gestalttherapie) in der Arbeit mit generationsübergreifenden traumatischen Ereignissen (4-Tage-Intensiv-Seminar).

·       Gesprächsführung und Beratungskompetenz: Praxisbezogenes Erlernen und Einüben von Methoden professioneller Gesprächsführung. Traumaorientierte Gesprächsführung. Problemlösungen mit Hilfe des psychologischen Gesprächs. Lösungsorientierung und Ressourcenorientierung in der Gesprächsführung.

·       Übertragung und Gegenübertragung in Beratung und in Alltagskontexten.

 

Theorie und Praxisarbeit stehen im Rahmen der Weiterbildung in einem sich ergänzendem Verhältnis. Die praktische Arbeit mit den unterschiedlichen Methoden orientiert sich an den Problemlagen der Teilnehmenden. Selbsterfahrende Übungen , Rollenspiele und hilfreiche Ansätze, begleiten die Theorie. Im Vordergrund steht die praktische Erprobung von ‚sanften Verfahren’ der Arbeit mit Traumafolgestörungen, die sich in den persönlichen und den beruflichen Alltag integrieren lassen.

In den Lehrseminaren werden aktuell wichtige unterschiedliche Richtungen und Methoden der Arbeit mit Traumafolgestörungen erarbeitet. Sie befassen sich mit imaginativen Methoden aus der ‚Psychodynamisch Integrativen Traumatherapie - PITT’ von Luise Reddemann, sowie mit deren theoretischen Grundlagen (‚Ego-State-Therapie’, ‚Positive Psychologie’, ‚Psychoeducation’), dem Verfahren des MBSR (‚Mindfull Based Stress Reduction’ von Jon Kabat-Zinn), des Focusing (Gendlin) sowie der Methode des ‚Somatic Experiencing’ (Levine).

  

Ausblick in das zweite Jahr: Das zweite Weiterbildungsjahr ist nicht obligatorisch, es kann auf Wunsch, aus persönlichem Interesse und zur Fortsetzung der beruflichen Entwicklung gebucht werden. Es werden im zweiten Jahr die Familienaufstellungen in Verbindung mit  generationsübergreifenden Folgen von Traumata Schwerpunkt der Weiterbildung sein. Ebenso wird eine Einführung mit Praxisübungen zum "heilenden Rollenspiel" aus der Gestalttherapie und dem Psychodrama mit unterrichtet. 

 

Lehr- und Lernmethoden

Die Weiterbildung orientiert sich an den Prinzipien des sozialen Lernens, des Lernens von Erwachsenen und des kreativen und übenden Lernens. Eine Vielfalt von Methoden und Übungen soll die Freude am Lernen unterstützen. Der Praxisbezug sowie die Idee des ganzheitlichen Lernens stehen als wesentliche Prinzipien im Vordergrund. Jede Lerneinheit wird anschaulich demonstriert und danach von den Teilnehmenden in Übungen umgesetzt. Theoretische Anmerkungen runden ab und erweitern und ergänzen den Blickwinkel.

 

Teilnehmerkreis – Teilnahmebedingungen

Die Weiterbildung ist offen für alle Interessierte. Sie eignet sich sowohl als Fach-Weiterbildung für Menschen aus beratenden, sozialen, erzieherischen und helfenden Arbeitsfeldern, sie ist jedoch auch offen für andere Interessiere, die diese Chance eher für die persönliche Entwicklung nutzen möchten.

Interesse und Motivation, sowie die Bereitschaft zur Selbsterfahrung und zur Erarbeitung von Fachliteratur sollte vorhanden sein. Ein Studium oder Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Zwischen den einzelnen Lehrseminaren finden Intervisionsgruppen (eigenverantwortliche Übungsgruppen der Teilnehmenden) statt. Die Teilnehmenden organisieren diese und leiten die Übungsgruppen eigenverantwortlich. Die Teilnahme an den Intervisionsgruppen ist verbindlich, eine Ausnahme ist gegeben bei einem weit entfernten Wohnort.

 

„Entsetzliche Ereignisse, die jäh unser Gefühl der Sicherheit und Unverwundbarkeit durchbrechen, können den Umgang mit den eigenen Gefühlen und der Umwelt tiefgreifend beeinträchtigen. Ist die Stresssituation überwältigend genug, konditioniert das resultierende Trauma eine emotionale Reaktion, bei welcher der Körper schon beim geringfügigsten Reiz in Kampf- oder Fluchtbereitschaft oder Erstarrung verfällt: Der Alltag traumatisierter Menschen steht unter dem Vorzeichen des Traumas, gegenüber dem sie ständiger Alarmbereitschaft verharren.“

(Prof. Dr. med. Bessel A. van der Kolk, Leiter des HRI Trauma Center, Brookline, Mass.USA)

 

Termine, Seminarort und Kosten:

Die Weiterbildung „traumatic growth“ findet in Kirchzeiten / Freiburg statt.

Die Termine werden bis Mitte Dezember 2018 in diese Homepage eingesetzt.

 

Termine 2019:

 

 

 

Nach dem Ende des ersten Weiterbildungsjahres schließt sich ein zweites Jahr an, dieses kann bei Wunsch gebucht werden. Inhalte des 2. Jahres sind die generationsübergreifenden Traumata in Familien in Zusammenhang mit dem Erlernen von Familienaufstellungen.

Sie erhalten bei regelnäßiger Teilnahme nach dem ersten Jahr ein Zertifikat über Inhalte und Dauer der Weiterbildung.

Termine für ein zweites Weiterbildungsjahr:

 

Werden bis Mitte 2019 in die Homepage eingesetzt.  

Arbeitszeiten:

Samstags: 10.00  – 18.00 Uhr (2-stündig Mittagspause)

Sonntags:  10.00  – 16.00 Uhr (1-stündige Mittagspause)

 

Seminarort:

Kirchzarten / Freiburg

 

Leitung der Weiterbildung: Marlies Warncke

Systemische Paar- und Familientherapeutin (DGSF), Pädagogin (LA), Heilpraktikerin Psychotherapie (HPG), Trainerin „Progressive Muskel Entspannung“ (PME) nach Jacobson. Weiterbildungsdozentin.

 

Weiterbildungsgebühren für 6 Lehrmodule (1 Jahr):   

Gesamtkosten: 1320,-- Euro. Die Gebühren werden in Raten ca 5 – 7 Tage vor den einzelnen Lehrseminaren überwiesen. (Sechs Lehrseminare à 220,-- Euro)

Ermäßigung über Bildungsscheck und Prämiengutschein ( Quali-Scheck in Rhl-Pfalz)

Teilnahme mit Bildungsscheck: Die Weiterbildungskosten können sich darüber bis zu 500,-- Euro ermäßigen. Informationen dazu über das  Internet, Volkshochschulen und der Industrie- und Handelskammer. Wichtig: Der Antrag auf einen Bildungsscheck, Prämiengutschein, Qualischeck muss vor der Anmeldung beim Weiterbildungsinstitut und vor der Zahlung von Weiterbildungsgebühren gestellt und bewilligt werden ! Auch Selbständige und RentnerInnen können einen Prämiengutschein erhalten, sofern sie die Bedingungen erfüllen

Bei Zahlung mit Bildungsscheck/Qualischeck/Prämiengutschein ist der Eigenanteil in 5 Raten zu den ersten fünf Lehrseminaren zu überweisen, da der  Bildungsscheck/Qualischeck/ Prämiengutschein erst in Kraft tritt nach Zahlung der Eigenanteils.

Die Kosten beziehen sich ausschließlich auf die Weiterbildungsgebühren. Verpflegungs- und/oder Übernachtungskosten etc. sind darin nicht enthalten, sie werden von den Teilnehmenden selbst getragen.

 

Anmeldung:

Die Anmeldung ist verbindlich, wenn die schriftliche Anmeldung vorliegt. Der Anmeldung bitte eine kurze Beschreibung beifügen zum aktuellen Tätigkeitsfeld, Berufsabschlüsse etc. Sie erhalten nach Eingang Ihrer Anmeldung eine Teilnahmebestätigung.

Die Anmeldung senden an:

Marlies Warncke

Lindenbergstr. 20

 

79271  St Peter (Schwarzwald)